Laren der Villa Massimo
Die „Laren der Villa Massimo“
von Ludwig Harig
mit Zeichnungen von Hans Dahlem
Matthias Marx über Ludwig Harigs „Die Laren der Villa Massimo“
Matthias Marx, Jahrgang 1954, ist Pfarrer, Kunst- und Kulturvermittler und Leiter des Jean-Lurçat-Museums in Eppelborn. Seine besondere Leidenschaft gilt der Kunst, der Literatur und der französisch-italienischen Kultur. Gemeinsam mit seinem Freund Paul Ludwig machte er den französischen Künstler Jean Lurçat im Saarland bekannt und baute eine bedeutende Sammlung seiner Werke auf.
In seinem Beitrag für „Harig lesen“ widmet sich Matthias Marx einem besonderen Buch Ludwig Harigs: „Die Laren der Villa Massimo“, das 1986 erschien und auf Harigs Romaufenthalt im Herbst 1984 zurückgeht. Harig hält darin Eindrücke, Begegnungen und Beobachtungen fest – begleitet von Zeichnungen seines Freundes Hans Dahlem.
Marx liest daraus mehrere Passagen vor und zeigt dabei, was Harigs besondere Kunst des Beobachtens ausmacht. In der Villa d’Este wird aus dem Blick auf Touristen und Wasserspiele eine ironische, geradezu komische Momentaufnahme. Im Petersdom beobachtet Harig das religiöse Treiben mit ebenso viel Skepsis wie Vergnügen. Und bei einem experimentellen Konzert im Palazzo Taverna erlebt er Musik, die alle gewohnten Regeln sprengt.
Gerade darin wird deutlich, was Harigs Texte so besonders macht: Er beschreibt nicht einfach, was er sieht. Er verwandelt Beobachtungen in Geschichten, verbindet Gegenwart mit Literatur und Geschichte und findet auch im scheinbar Nebensächlichen einen eigenen Ton.
Am Ende führt Marx Harig noch auf den Protestantischen Friedhof in Rom. Zwischen Gräbern, Pyramide, Katzen, Kunst und Geschichte entsteht ein stilleres Bild dieser Reise – und zugleich ein Beispiel für Harigs Fähigkeit, einen Ort mit wenigen, präzisen Beobachtungen lebendig werden zu lassen.
Ein Beitrag über Ludwig Harig, der Rom nicht einfach beschreibt, sondern es mit seinen Augen neu erfindet.

